Im Kaffeelabor der Hochschule Geisenheim rösten Studierende und Kaffeeliebhaber ihre eigenen Bohnen

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Liebhaber von Cold Brew, Doppio und Filterkaffee aufgepasst: Von den Experten der Hochschule Geisenheim gibt es für Fans der braunen Bohne noch Allerhand zu lernen. „Von der Bohne in die Tasse“ heißt das Seminar des Geisenheimer Instituts für Weiterbildung (GIW), in dem Interessierte theoretische Grundlagen des Kaffees büffeln, im Kaffeelabor eigene Mischungen rösten und beim professionellen Cupping anschließend ihre Geschmacksnerven für die feinen Nuancen der unterschiedlichen Sorten und Röstgrade sensibilisieren können – ein besonderes Event für alle Sinne.

„Studien zufolge trinken wir Deutschen durchschnittlich mehr als 160 Liter Kaffee pro Jahr“, erläutert Prof. Dr. Bernd Lindemann, Studiengangsleiter Getränketechnologie an der Hochschule Geisenheim. „In unserem perfekt ausgestatteten Kaffeelabor wollen wir Kaffeeliebhaber aber für Qualität, Produktion und die verschiedenen Zubereitungsarten dieses Getränks sensibilisieren.“

Das Kaffeelabor steht dabei nicht nur Liebhabern von außerhalb, sondern auch den eigenen Studierenden offen. „Auch die Kaffeewirtschaft hat großen Bedarf an Fachpersonal, das den verfahrenstechnischen Umgang mit dem Produkt beherrscht. Unsere Studierenden sind deshalb nicht nur fit im Bierbrauen und der Fruchtsaftproduktion, sondern eben auch am Kaffeeröster“, so Lindemann weiter.

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Für das vierstündige Seminar „Von der Bohne in die Tasse“, das in diesem Jahr noch einmal am 11. November und 16. Dezember stattfindet, können sich Kaffeeliebhaber unter www.hs-geisenheim.de/giw anmelden. Kleingruppen können nach Absprache auch unabhängig davon Seminartermine vereinbaren. Wer sich für das Studium der Getränketechnologie interessiert, ist beim Studieninfotag an der Hochschule Geisenheim am 5. November 2016 oder unter www.hs-geisenheim.de richtig!

 


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Wissenschaftler der Hochschule Geisenheim präsentieren aktuelle Ergebnisse auf der FACE2FACE-Tagung

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Steigt das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre an, nimmt das Triebwachstum für Riesling und Cabernet Sauvignon bis zur Ernte zu. Das zeigen Experimente von Yvette Wohlfahrt und Manfred Stoll von der Hochschule Geisenheim. Im Freiland setzten die Forscher die beiden Rebsorten einer erhöhten CO2-Konzentration aus, wie sie für das Jahr 2050 prognostiziert wird. Aktuelle Ergebnisse präsentierte Wohlfahrt am 27. September auf der internationalen FACE2FACE-Tagung in Gießen.

Größere Trauben mit veränderten Inhaltsstoffen könnten zukünftig die Basis für den Weißwein Riesling und den Rotwein Cabernet Sauvignon sein. Das legen Studien aus dem Weinanbaugebiet Rheingau von Yvette Wohlfahrt und Manfred Stoll von der Hochschule Geisenheim nahe. Seit 2014 untersuchen sie Wachstum und Inhaltsstoffe der Rebsorten auf den Versuchsflächen mit 20 Prozent erhöhtem Kohlendioxid (CO2)-Gehalt, wie er für 2050 vorhergesagt wird. Über die Ergebnisse sprach Wohlfahrt am 27. September 2016 auf der FACE2FACE-Tagung in Gießen. Unter dem Motto „FACEing the Future – Food Production and Ecosystems under a changing climate“ trafen sich hier Klimaforscher, die weltweit CO2-Effekte mit „Free Air Carbon Dioxide Enrichment (FACE)“-Systemen untersuchen.

Bereits im zweiten Jahr der Untersuchungen, war unter erhöhten CO2-Bedingungen der Einzelstockertrag bis zu zehn Prozent höher bei Riesling und bis zu 18 Prozent bei Cabernet Sauvignon. In den CO2-begasten Rieslingtrauben wogen nicht nur die einzelnen Beeren mehr, auch die Traubenstruktur war verändert „Das Kohlendioxid „düngt“ die Pflanzen – durch die gesteigerte Photosynthese gewinnen sie mehr Energie daraus“, sagte Wohlfahrt. Auch gab es mehr Blattmasse bei erhöhtem CO2-Gehalt. „Die unterschiedliche Wuchsform verändert das Mikroklima innerhalb des Rebstockes und kann Vitalität und Inhaltsstoffe der Früchte beeinflussen“, erklärte die Oenologin.

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Die in Geisenheim etablierte FACE-Anlage für Sonderkulturen im Freiland ist weltweit einzigartig. Eine ausgeklügelt gesteuerte Forschungs-Infrastruktur setzt rund 70 Reben (Riesling und Cabernet Sauvignon) pro FACE-Ring entweder mit CO2-angereicherter Luft oder Umgebungsluft aus. In insgesamt sechs Ringen untersucht die Doktorandin nicht nur Wachstum und Inhaltsstoffe der Weinreben und der Früchte. In jedem Jahr wird auch ein Wein für jede Rebsorte und Versuchsfläche vinifiziert, um ihn von Experten verkosten zu lassen und zukünftige Änderungen in der Lagerung zu analysieren.

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Bei dem für 2050 prognostizierten CO2-Gehalt enthielten sowohl Trauben als auch Most für Riesling und Cabernet Sauvignon mehr Gesamt- und Apfelsäure im zweiten Versuchsjahr 2015. Zudem enthielten die Moste weniger Zucker. „Geschmacklich konnten wir bislang keine Unterschiede bei den 2014er Weinen feststellen“, erklärte Stoll, Institutsleiter für allgemeinen und ökologischen Weinbau. „Bei der geschmacklichen Wahrnehmung interagieren unterschiedliche Eigenschaften miteinander. Der Wein muss daher nicht zwangsläufig saurer wahrgenommen werden, nur weil der Gehalt an Weinsäuren höher ist.“ Langfristige Folgen einer erhöhten CO2-Konzentration für den Weinbau und die Weinqualität können die Forscher daher nur vorsichtig abschätzen. Um Wechselwirkungen bei mehrjährigen Pflanzen wie der Rebe und deren Interaktion mit einem erhöhten Kohlendioxidgehalt auch langfristig beurteilen zu können, laufen in der Geisenheimer FACE-Anlage weitere Untersuchungen.

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Verschiedene Forschergruppen der Hochschule Geisenheim arbeiten mit Partnern wie der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Max Planck Institut in Marburg daran, die komplexen Auswirkungen des Treibhausgases CO2 auf Grünland, Wein- und Gemüsebau zu verstehen. Das Projekt FACE2FACE wird durch das Land Hessen im Rahmen der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert.

Tagungsbeitrag

Wohlfahrt Y, Stoll M (2016): Multi-seasonal effects of elevated CO2 on growth and grape quality of Vitis vinifera cvs. Riesling and Cabernet Sauvignon. In: Kammann C., Müller C, Breuer L, Andresen LC, Weigel HJ (Hrsg.): FACEing the future – food production and ecosystems under a changing climate, Book of Abstracts zur FACE2FACE Conference, 26. -29. Sep. 2016 in Gießen, S. 29

Bilder

Bild 1-2: Mit der ausgeklügelt gesteuerten Forschungs-Infrastruktur werden rund 70 Reben (Riesling und Cabernet Sauvignon) pro FACE-Ring entweder mit CO2-angereicherter Luft oder Umgebungsluft ausgesetzt.

Bild 3: Die roten Trauben des Cabernet Sauvignon.

Bild 4: Die weißen Trauben des Rieslings.

Quelle (Bild 1, 3, 4): Yvette Wohlfahrt, Hochschule Geisenheim

Quelle (Bild 2): Dieter Ettingshaus, Hochschule Geisenheim

Bilder frei zur Veröffentlichung im Zusammenhang mit dieser Presseinformation. Wir bitten um den Quellenvermerk.

Weitere Informationen

Tagung (Programm, Redner): http://www.face2face-conference.org/

LOEWE-Schwerpunkt FACE2FACE: http://www.hs-geisenheim.de/forschung/projekte/face2face.html

Kontakt

M. Sc. Yvette Wohlfahrt und Prof. Dr. Manfred Stoll

Hochschule Geisenheim

Institut für allgemeinen und ökologischen Weinbau

Von-Lade-Straße 1, 65366 Geisenheim

Telefon: 06722 502-141 (während der Tagung:  0641 99-14886, Tagungsbüro)

E-Mail: Yvette.Wohlfahrt@hs-gm.de


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Prof. Hildegarde Heymann berichtet über Forschungsarbeiten in der Weinsensorik an der Universität Davis, Kalifornien

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Prof. Hildegarde Heymann, Sensory Scientist Viticulture & Enology der University of Davis präsentierte am 20. September 2016 im Rahmen ihres Besuches an der Hochschule Geisenheim ihre Forschungsergebnisse im Bereich Weinsensorik.

In ihrer langen beruflichen Laufbahn war Heymann in fast allen Bereichen der sensorischen Wissenschaft tätig und hat zahlreiche Lebensmittel und Non-Food-Produkte – von Wein bis hin zur Zahnpasta – bewertet. An der UC Davis arbeitet sie insbesondere an Wein und der deskriptiven Analyse sowie der multivariaten Datenanalyse. Ihre vielen Lehrbücher zählen zu den Standardwerken in diesem Sektor.

In ihrem Vortrag erklärte sie unter anderem die Vorgehensweise beim Panel Training und die Wichtigkeit fest definierter Begriffe als Referenzstandards. Diese können zum Beispiel tatsächlich bestehende Verbindungen, Produkte oder auch verbale Beschreibungen sein. „Noch wichtiger jedoch sei die Begriffsinstrumente in die Außenwelt zu übersetzen“, erzählte Heymann. Deshalb ist es wichtig beispielsweise die Begriffe exakt zu definieren – Bourbon kann mit „frisch gemähtem Gras“ bis hin „Vanillecharakters“ assoziiert werden. Weiterhin erläuterte sie interessante Experimente in Bezug auf das Mundgefühl und ging näher auf die deskriptive Analyse hinsichtlich der Messung von Tanninen (Gerbstoffe) und Pigmenten (Farbstoffe) ein. Auch war die Darstellung der sogenannten Temporal Dominance of Sensation, bei welcher die Panelteilnehmer zu bestimmten Zeiten nach dem meist dominierenden Geschmack des immer gleichen Weines gefragt werden, interessant. Des Weiteren beleuchtete Heymann in ihrem Gastvortrag die sensorische Wirkung der ansteigenden Zuckerkonzentration während der Traubenreife sowie des Ethanols bei der Rebsorte Merlot anhand chemischer Profile. Bei den Versuchen wurden Merlot-Trauben zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten geerntet und festgestellt, dass je reifer die Beeren waren umso mehr stieg der Gehalt an Zucker und der Geschmack nach dunklen Früchten. Gleiches konnte bei der Maceration (Kohlensäuremaischung) festgestellt werden: auch hier stieg der Geschmack nach roten Früchten sowie die Bitterkeit an, je länger die Maceration andauerte.prof-hildegarde-heymann-4

Durch die gut besuchte Veranstaltung mit Heymann als internationalem Gast ist der Hochschule Geisenheim ein erfolgreicher Einstieg in die neue Seminarreihe des Wintersemesters 2016/17 gelungen.


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Herbstpressekonferenz des Rheingauer Weinbauverbandes e.V. an der Hochschule Geisenheim

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Im Institut für Rebenzüchtung der Hochschule Geisenheim fand am 21. September 2016 die diesjährige Herbstpressekonferenz des Rheingauer Weinbauverbandes e.V. statt. Auch wenn es laut dem Präsidenten des Rheingauer Weinbauverbandes, Peter Seyffardt, einen so extremen Peronospora-Befall wie in diesem Jahr noch nicht gegeben hat und die Winzerinnen und Winzer mit sehr schwierigen Witterungsbedingungen zu kämpfen hatten, wird trotzdem eine gute Ernte erwartet. Es wird jedoch geschätzt, dass die Ernte im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent kleinherbstpressekonferenz-rheing-weinbauverband-e-v-am-21-septer ausfallen wird, so Prof. Dr. Manfred Stoll vom Institut für allgemeinen & ökologischen Weinbau. Laut Prof. Dr. Beate Berkelmann-Löhnertz vom Institut für Phytomedizin sei außerdem in Deutschland ein eklatanter Anstieg bezüglich der Esca-Krankheit zu verzeichnen. Erfreulich sei aber die bis jetzt entspannte Lage in Bezug auf die Kirschessigfliege. Im Rahmen der Pressekonferenz wurde den Besuchern eine kleine Weinverkostung, passend zum Pero-Jahr, zur Rebenzüchtung und Terrassenprojekt der Studierenden angeboten.


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After finishing their studies at Hochschule Geisenheim University, these two Georgians want to start their own wine business in their home country

Nikoloz Batiashvili (left) and Grigol Bekoshvili at the University for Agricultural Science in Tiflis.

Nikoloz Batiashvili and Grigol Bekoshvili at the University for Agricultural Science in Tiflis.

Thousands of kilometres away from their home, two young men from Georgia are following their passion for wine by studying at Hochschule Geisenheim University, which, they believe to be one of the best schools for International Wine Business and Viticulture & Enology. For the last three years these students have been learning about wine in Geisenheim, in order to bring their newly-acquired skills to the wine industry at home, in Georgia.

“It is good to have a solid job – but it’s even better, if you find a job that lets you do what you are passionate about”, says Grigol Bekoshvili who is a 23 year old student of International Wine Business (Internationale Weinwirtschaft) at HGU, which he heard of from a German friend and enrolled straight away. “I was sure instantly that this would be perfect for me”, he states.

Bekoshvili learned German in school and had his first sip of wine with German friends. Since beginning his degree, he has visited numerous wine regions in lots of different countries and tasted a lot of wines from all over the world – his favourite wine, though, remains the German Spätburgunder. He met his future business partner, Nikoloz Batiashivili (who is studying Viticulture & Enology at HGU), not over a glass of wine, but over a beer at a party, and had no problem convincing the latter of his business idea.

Good quality and a long term marketing strategy

Batiashvili was chosen for an exchange program after he got his Bachelor Degree as an agricultural engineer at the Georgian University for Agricultural Science in Tiflis. After a six-month apprenticeship in Weihenstephan, he added a year of work experience with an organic winemaker in the Nahe which not only helped him with his knowledge of wine, but also his German skills – perfect requirements to study at Hochschule Geisenheim University.

“Due to our different degree courses, we complement each other very well for our business”, the two young men say. Their goal is to produce extraordinary and good quality Qvevri wines which are traditionally made in a clay vessel called Qvevri.

The boys chose Qvevri wines because, unlike natural wines, they offer plenty of scope for experimentation; “Qvevri wines give you an infinite field of activity”, explains Bekoshvili. The quality of the wine is Batiashvili’s area, whereas Bekoshvili will be in charge of marketing strategies and getting their products out into the world of wine.

Commercialisation in the whole of Europe

The two friends are sure that they want to finish their studies before they step into their business: “We don’t want to rush anything. We made a five-year plan to reach our goal and everything is exactly planned and will be strategically managed.” Even the financial part has been dealt with: they want to get started using self-finance, while also applying for support from lots of agricultural programs. Networking within the inner circles of the industry is just as important to them: soon they will invite friends and guests from Germany and Austria who are interested in the concept of Qvevri wines to visit them in Georgia. In addition, they are keeping in contact with German winemakers.

Batiashvili knows that their product will only last in the wine industry with good quality, a special brand name, a corporate identity and intelligent packaging. They are not looking to sell their wine in Russia –which is the leading export country for Georgian wines, since they are sure that Russia is not ready for dry wine with a high percentage of tannins.

The first step starts with a two-hectare vineyard

In the summer semester of 2016 the two men did a semster at the agricultural university in Tiflis, where they learned about the characteristics of Georgian viticulture and visited lots of different vineyards: they are building up their network.

Before the Georgian soon-to-be business partners can start producing and selling their own wine, they still have to complete a three-month work experience and get their bachelor degrees. Batiashvili will be doing his work experience in Austria, whereas Bekoshvili will be with an organic winemaker near Freiburg. When both of them have their German degrees, they will return to their home country to do what they are passionate about: make wine.


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Zwei junge Georgier wollen nach ihrem Studium im Rheingau zuhause durchstarten

Nikoloz Batiashvili (links) und Grigol Bekoshvili an der Agrar Universität in Tiflis.

Nikoloz Batiashvili (links) und Grigol Bekoshvili an der Agrar Universität in Tiflis.

Tausende Kilometer von ihrer Heimat Tiflis entfernt, in Geisenheim, studierenauch zwei junge, georgische Weinliebhaber. Für den Schritt in den Rheingau haben sie sich entschieden, weil sie die Hochschule Geisenheim als eines der besten Ausbildungszentren für Internationale Weinwirtschaft sowie Weinbau & Oenologie kennengelernt haben; gerade die vielfältige Forschungsarbeit hat sie überzeugt. Seit drei Jahren sind sie nun Teil der Geisenheimer Familie und verfolgen konsequent ihre Geschäftsidee: Mit deutschem Know-how in der georgischen Weinindustrie neue Ansätze schaffen.

„Es ist gut, wenn man einen soliden Beruf ergreift – aber noch besser, wenn man seine Berufung gefunden hat, der man mit Leidenschaft nachgeht“, sagt Grigol Bekoshvili. Der 23-Jährige studiert an der Hochschule Geisenheim Internationale Weinwirtschaft. Von einem deutschen Freund hatte er erfahren, dass es die Hochschule Geisenheim und dort diesen Studiengang, der in Georgien nirgends gelehrt wird, gibt. Er informierte sich und schrieb sich ein. „Ich war mir gleich sicher: Das ist das Richtige für mich“, erzählt er.

Deutsch hat Bekoshvili in der Schule gelernt, seinen ersten Wein vom europäischen Festland bei seinen deutschen Freunden getrunken. Seitdem ist viel Zeit vergangen: Während seines bisherigen Studiums hat der junge Georgier viele Anbaugebiete in unterschiedlichen Ländern besuchen und noch mehr Weine aus der gesamten Weinwelt probieren dürfen; seine Nummer 1 unter den Weinen ist und bleibt aber der Deutsche Spätburgunder.

Seinen zukünftigen Geschäftspartner lernte Bekoshvili trotzdem nicht bei einem Gläschen Wein, sondern auf einer Party bei einer Flasche Bier kennen. Von seinem Vorhaben konnte er Nikoloz Batiashvili, der heute in Geisenheim Weinbau & Oenologie studiert, sofort überzeugen. Bevor er nach Geisenheim kam, hatte Batiashvili seinen Abschluss als Agraringenieur an der Georgische Universität für Agrarwissenschaft in Tiflis erworben. Ein Master-Stipendium wurde ihm nach der Reformierung der Universität wieder aberkannt – die Studienkosten von rund 1.000 Euro jährlich konnte der junge Mann nicht tragen.

Hohe Qualität und eine langfristige Marketingstrategie

Aber Batiashvili hatte Glück im Unglück und wurde kurze Zeit später für ein Austauschprogramm ausgewählt. Sechs Monate verbrachte er mit theoretischer und praktischer Lehre in Weihenstephan. Auf freiwilliger Basis schloss er daran ein einjähriges Praktikum bei einem Biowinzer an der Nahe an, wo er nicht nur seine Kenntnisse im Weinbau, sondern auch seine Deutschkenntnisse verbesserte – optimale Voraussetzungen also für das Weinbau-Studium in Geisenheim.

„Dadurch, dass wir beide unterschiedliche Studiengänge besuchen, ergänzen wir uns fachlich sehr gut“, sagen die zwei – und wollen mit ihrem Geisenheimer Know-how in der georgischen Weinindustrie neue Ansätze schaffen. Ihr Ziel ist es, außergewöhnliche, hochqualitative Qvevri-Weine herzustellen. Diese trockenen Weine werden traditionell in einem Tongefäß, der Qvevri, ausgebaut. „Im gesättigten Weinmarkt bieten hohe Qualität und eine langfristige Marketingstrategie die einzige Möglichkeit, Wein gut zu positionieren. Und dafür ist der Qvevri-Wein am besten geeignet“, erläutern die zwei Georgier.

„Dabei darf man Qvevri-Weine nicht mit einfach hergestellten Natural-Weinen verwechseln. Qvevri ist vielmehr ein unendliches Betätigungsfeld, auf dem wir viel experimentieren können“, betont Bekoshvili. Die Weinqualität aber lege er in die Hände seines Geschäftspartners. „Das ist seine Vision. Ich werde langfristige Marketingstrategien entwickeln und die Vernetzung mit der Weinwirtschaft vorantreiben. Denn Weinwirtschaft heißt nicht nur, den Wein zu verkaufen – das Arbeitsgebiet umfasst deutlich mehr als das“, sagt der 23-Jährige, der sich selbst als Geisenheimer bezeichnet.

Absatz und Vermarktung in ganz Europa

Bevor sie allerdings in die georgische Weinindustrie einsteigen, wollen die zwei Weinliebhaber zunächst ihr Studium an der Hochschule Geisenheim abschließen. „Wir sollten nicht vorschnell agieren und keine übereilten Entscheidungen treffen. Das ist die falsche Strategie, wenn wir in zwei oder drei Jahren die Früchte unserer Arbeit ernten wollen. Um unser Ziel zu erreichen, haben wir fünf Jahre angesetzt. Den Weg dahin gehen wir Schritt für Schritt. Alles wird exakt geplant und strategisch abgewickelt“, erläutert das Duo. Auch über die Finanzierung haben sich die beiden schon Gedanken gemacht. Einsteigen wollen sie mit Eigenkapital, zudem werden sie sich um Unterstützung aus einer Vielzahl von Agrar-Programmen bewerben. Genauso wichtig ist den beiden Georgiern das Netzwerk innerhalb der Branche: Bald laden sie Freunde und Gäste aus Deutschland und Österreich nach Georgien ein, die sich für das Konzept der Qvevri-Weine interessieren. Außerdem pflegen sie fleißig ihre Kontakte zu deutschen Winzern, die Weintourismus, Vinotheken und Kellerwirtschaft betreiben.

„Wenn wir qualitativ hochwertige Qvevri-Weine herstellen, wird es für uns einfacher, diese außergewöhnlichen Weine in europäischen Vinotheken zu verkaufen“, sagt Weinbauer Batiashvili, der sich wohl bewusst ist, dass das Produkt nur mit besonderem Namen, einer entsprechenden Corporate Identity und der passenden Verpackung ein Erfolg werden kann. In Russland, eigentlich Exportland Nummer 1 für georgische Weine, wollen die beiden ihren Wein aber nicht anbieten: Der russische Markt sei noch nicht bereit für trockene Weine mit hohem Anteil an Tanninen.

Der erste Schritt beginnt mit zwei Hektar Weinberg

Im Sommersemester 2016 absolvierten Batiashvili und Bekoshvili ein Austauschsemester – an der Agrar-Universität in ihrer Heimatstadt Tiflis. Dort lernen sie die Eigenheiten des georgischen Weinbaus kennen, besichtigen Vinotheken und verschiedene Familienweingüter. Sie verkosten neue georgische Weine und knüpfen auch in der alten Heimat wichtige Kontakte. Zugute kommt ihnen dabei – so sagen sie – die praktische Erfahrung, die sie an der Hochschule Geisenheim gemacht haben und das Renommee, das die Institution im Ausland genießt.

Bevor sie aber ihren eigenen Wein an- und ausbauen können, müssen die beiden jeweils noch ein dreimonatiges Praktikum absolvieren und ihre Bachelor-Arbeit einreichen. Für sein Praktikum zieht es Batiashvili nach Österreich, Bekoshvili wird seine Praxisphase bei einem Biowinzer in der Nähe von Freiburg ableisten. Und erst mit dem deutschen, international anerkannten Abschluss in der Tasche kehren der Weinbauer und der Weinwirtschaftler zurück nach Georgien, um das zu tun, was ihnen am meisten Spaß macht: Wein. Beginnen wollen sie mit dem ersten Schritt, auf dem zwei Hektar großen Weinberg von Nikoloz Batiashvili.


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martin-seidler_web Auf Einladung der VEG – Geisenheim Alumni Association e.V. sind Sie ab 18 Uhr zum Austausch und zur literarischen Weinprobe eingeladen.

Martin Seidler (SWR Fernsehen) liest Kästners 13 Monate, ein literarisch-musikalischer und genussvoller Spaziergang durchs Jahr! Oder auch: Wein und Musik treffen Erich Kästner.

Martin Seidler stelkleid_foto_deutscheweine-de__0lt die Frage: Gibt es für jede Jahreszeit den passenden Wein? In Geisenheim gibt’s die köstlichsten Antworten präsentiert von Josefine Schlumberger, ehemalige deutsche Weinkönigin und Studentin der Hochschule Geisenheim.

Für Sie wird das ein einmaliges Erlebnis, denn während Sie die Jahreszeiten mit verschiedenen Weinen genießen, lauschen Sie auch noch den Gedichten von Erich Kästner, die Martin Seidler mit seinem Pianisten Peter Grabinger vertont hat!

13 Hörbilder mit Musik großer Komponisten wie Mozart, Beethoven, Gershwin und Chopin! Diesen Genuss für alle Sinne sollten Sie auf keinen Fall verpassen!

Anmeldung: http://www.hs-geisenheim.de/geisenheimer-institut-fuer-weiterbildung/programm/anmeldung/veranstaltung/martin-seidler-erich-kaestner.html

 

 

 


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Árpád Somogyi berichtet von seinem Vorpraktikum beim Weingut Sohns in Geisenheim

Das neue Semester steht schon vor der Tür und viele Studienbewerberinnen und –bewerber befinden sich zurzeit in der letzten und vielleicht auch spannendsten Phase des Vorpraktikums. Darunter auch Árpád Somogyi aus Ungarn, der „Internationale Weinwirtschaft” studieren wird und sein 26-wöchiges Vorpraktikum beim Weingut Sohns in Geisenheim abschließt. Er ist Teilnehmer des „Pre-Study”-Projektes, durch das er wie andere ausländische Studierende, Unterstützung bei der Praktikumsorganisation und Begleitung bei der Vorbereitung auf das Studium erhält.
weingut-sohns_4Im Vorpraktikum sieht er eine gute Möglichkeit herauszufinden, ob es sich lohnt, Zeit in ein solches Studium zu investieren. Ein praxisorientiertes Studium ohne vorherige praktische Erfahrung zu absolvieren, mache für Árpád wenig Sinn. Er freut sich schon sehr auf sein bevorstehendes Studium und profitiert von den vielseitigen Aufgaben im Praktikumsbetrieb. Zu seinen aktuellen Tätigkeiten zählen die Laubarbeit, das Entblättern und die Traubentrennung sowie die Kellerarbeit und die Weinlese. Das Familienweingut Sohns wird zurzeit in 3. und 4. Generation geführt. Auf die Kombination von Tradition und Innovation legt Familie Sohns großen Wert. Alle Arbeitsschritte, vom Weinbau über die Vinifikation bis hin zum Verkauf der Weine führen sie selbst aus. Davon profitiert auch Árpád, da er von Erich und Pascal Sohns, Vater und Sohn, in alle Bereiche integriert wird und für sein Studium viel mitnehmen kann.
Árpád verfügt bereits über ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften, hat mehrere Jahre als Rechtsanwalt praktiziert und sich für eine ihm ganz neue und kreative berufliche Ausrichtung entschieden. Wein ist für Árpád eine Leidenschaft und er wünscht sich, die Kenntnisse aus dem Studium und seine ökonomische Berufserfahrung sinnvoll zu kombinieren und seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Er kann sich gut vorstellen, nach dem Studium im internationalen Weinhandel zu arbeiten.

Auch im nächsten Jahr unterstützt das International Office internationale Studienbewerberinnen und Studienbewerber bei der Vorbereitung auf die deutschsprachigen Studiengänge. Sie haben Interesse und erfüllen die Voraussetzungen? Dann informieren und bewerben Sie sich jetzt!

Das „Pre-Study”-Projekt wird gefördert aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds.

Bewerbungen und Rückfragen an: Lisa-Marie Peters, pre-study@hs-gm.de

Informationen: www.hs-geisenheim.de/pre-study

Weingut Sohns www.weingut-sohns.com

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